scientia intuitiva

 

Der Weg der scientia intuitiva ist allein noch offen.“ Gespräche mit Eckart Förster (John Hopkins)
anlässlich des Erscheinens von „Die 25 Jahre der Philosophie“ (Frankfurt am Main: Klostermann 2011)

Mittwoch, 4. Juli 2012, 9.00–20.00 Uhr
Forum Scientiarum, Doblerstraße 33, 72074 Tübingen, Hörsaal, 1. Stock

Der Abendvortrag findet im Philosophischen Seminar, Bursagasse 1, 72070 Tübingen im Raum X statt.

Während Kant im Jahre 1781 nach Verfassen der ersten „Kritik“ resümiert, der „kritische Weg“ sei „allein noch offen“ und behauptet, vor der kritischen Philosophie habe es keine Philosophie gegeben, die mit dem Anspruch einer Wissenschaft auftreten könne, beschließt Hegel seine „Phänomenologie des Geistes“ im Jahre 1807 mit der Aussage, dem absoluten Geist bleibe „zu seinem Wege“ nur noch eine „Erinnerung“ an die vergangenen Gestalten, an die „Schädelstätte“ des Geistes, und markiert, wenige Jahre nach Kant, das Ende aller Philosophie, die mit dem Anspruch einer Wissenschaft auftreten kann. Gegenüber Kant zieht Förster das Fazit, dass der uns noch offene Weg nicht der kritische, sondern jener der „scientia intuitiva“ sei. Gegen das Hegelsche Diktum vom Ende der Philosophie wendet er ein, dass die Vollendung eines Systems der Philosophie nicht notwendig das Aufhören der Philosophie bedeute, sondern nur die Vollendung einer Stufe der philosophischen Entwicklung, auf die eine weitere folgen kann – ja muss: der Standpunkt der scientia intuitiva. Das Potential einer „scientia intuitiva“ sei „erst noch zu erschließen“; der Denkweg der „scientia intuitiva“ ein „bislang noch kaum begangener Weg“. „Der Weg der scientia intuitiva ist allein noch offen“.

Aufgabe des Symposions ist die systematische Nachbildung der Rezeption der Lehre vom intuitiven Verstand im Ausgang von Spinoza über Kant, Fichte, Schelling, Goethe und Hegel. Zugleich geht es um die Möglichkeiten Denkweges: dem der scientia intuitiva, des anschauenden im Gegensatz zum diskursiven Denken.

 

 

Programm

09.00     Begrüßung
09.10     Eckart Förster (John Hopkins): Einführung in „Die 25 Jahre der Philosophie“.
09.30     Michael Demo (Tübingen): Kant
10.30     Pause
10.50     Stephan Schmid (Humboldt): Spinoza
11.50     Reinhard Brandt (Marburg): Kant
13.00     Mittagessen

14.30     Lara Ostaric (Temple University): Fichte und Schelling
15.30     Ina Goy (Tübingen): Goethe
16.30     Karl Ameriks (Notre Dame): Hegel
17.30     Pausel

18.15     Abendvortrag von Eckart Förster (John Hopkins): Inkongruenz und Erkenntnisgrenzen bei Kant
20.30     Abendessen

 

Organisation: Dr. Ina Goy ina.goy@uni-tuebingen.de
unter Mithilfe von Christoph Wehle und Michael Demo